Out of Elisium
Na, mal ehrlich.
Schiller?
„Kenn ich.“
Ja — den Namen.
Aber hörst du auch hin?
Ihr stellt ihn ins Regal.
Da steht er gut.
Da stört er nich.
Ein großer Name, alter Staub —
doch seine Freude hört ihr nicht.
Muss Schiller erst anders klingen,
damit sein Wort euch noch erreicht?
Nu hört mal hin — die alten Zeilen
machen’s sich mit Hoffnung gar nicht leicht.
Freude — schöner Götterfunken!
Tochter aus Elisium!
Wir kommen, glühend, feuertrunken,
Himmlische, in dein Heiligtum.
Deine Zauber binden wieder,
was die Mode frech geteilt.
Bettler werden Fürstenbrüder,
wo dein sanfter Flügel weilt.
Bettler werden Fürstenbrüder.
Hört ihr das?
Nicht irgendwann.
Was wir zwischen Menschen stellen —
deine Freude kommt dagegen an.
Seid umschlungen, ihr Millionen!
Diesen Kuss der ganzen Welt!
Brüder — überm Sternenzelt
muss ein lieber Vater wohnen.
Der ganzen Welt.
Habt ihr gehört?
Der ganzen.
Aus der Wahrheit Feuerspiegel
lächelt sie den Forscher an.
Zu der Tugend steilem Hügel
leitet sie des Dulders Bahn.
Auf des Glaubens Sonnenberge
sieht man ihre Fahnen wehn,
durch den Riss gesprengter Särge
sie im Chor der Engel stehn.
Und ihr sagt:
„Das klingt von gestern.“
Von gestern?
Eine bessre Welt?
Dann hört.
Hört hin.
Duldet mutig, ihr Millionen!
Duldet für die bessre Welt!
Droben überm Sternenzelt
wird ein großer Gott belohnen.
Duldet mutig, ihr Millionen!
Duldet für die bessre Welt!
Droben überm Sternenzelt
wird ein großer Gott belohnen.
Und diese Freude?
Die gilt uns allen.
Seid umschlungen, ihr Millionen!
Diesen Kuss der ganzen Welt!
Brüder — überm Sternenzelt
muss ein lieber Vater wohnen.
Schiller kann noch klingen.
Auch heute.
Wenn wir ihm zuhören.